Einen kurzen Überblick über gesetzliche Grundlagen und Hilfen gibt Ihnen die Broschüre "Leben mit einer Behinderung - ein Ratgeber, kurz und knapp informiert", den Sie hier als Download herunterladen können.

Download der aktuellen Infobroschüre

Bitte beachten Sie, dass es die in der Infobroschüre genannten Pflegestufen seit der Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II zum 1. Januar 2017 nicht mehr gibt. Die nunmehr gültigen Pflegegrade finden Sie weiter unten erläutert (s. "Änderungen...")!

Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

Angehörige, die ein behindertes Familienmitglied betreuen oder pflegen, sind oftmals über lange Zeit großen Belastungen ausgesetzt. "Verschnaufpausen" sind hier besonders wichtig, um anschließend mit neuen Kräften Angehörige mit Behinderung weiter versorgen zu können.

Im Sozialgesetzbuch (SGB XI § 39) ist der Anspruch auf "Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson" (kurz: Verhinderungspflege) gesetzlich verankert. Hierin heißt es: "Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für längstens vier Wochen je Kalenderjahr."

Voraussetzungen

  • die Pflegeperson hat den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindesten zwölf Monate gepflegt.
  • die Anerkennung eines Pflegegrades liegt vor.

Mit Anerkennung der Pflegestufe haben Sie als pflegender Angehöriger somit Anspruch auf Entlastung durch die Gewährung von 1.612 € pro Kalenderjahr.

Verwendung der Verhinderungspflege

> Kurzzeitwohnen in den Wohnstätten

Das Angebot der Kurzzeitaufenthalte in den Wohnstätten richtet sich an:

Betreute Mitarbeiter der Westmittelfränkischen Lebenshilfe Werkstätten und Besucher der Förderstätte in Lenkersheim, die an allen Werktagen beschäftigt sind und eine primär geistige Behinderung haben.

Für die Vorbereitung auf eine spätere Aufnahme in einer Wohnstätte oder in Situationen, in den Betreuungspersonen ausfallen oder eine Auszeit brauchen, können Kurzzeitaufenthalte sehr sinnvoll sein.

Frühzeitige Anmeldungen in den Urlaubsmonaten ermöglichen eine gute Vorausplanung. Auch in Notfällen kann sich einen Anfrage lohnen, manchmal kann kurzfristig noch ein Aufenthalt realisiert werden.

In den Wohnstätten sind Aufenthalte über kurze Zeiträume möglich, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Bei Vorliegen eines Pflegegrades ( ab Pflegegrad 2 ) übernimmt die Pflegekasse den Aufenthalt. Bitte informieren Sie sich dort über die jeweils aktuellen Rahmenbedingungen unter dem Stichwort Verhinderungspflege / Kurzzeitpflege.
  • Ohne Pflegegrad oder bei bereits ausgeschöpftem Budget der Verhinderungspflege ist es möglich, den Aufenthalt beim zuständigen Sozialhilfeträger ( in der Regel: Bezirk Mittelfranken ) zu beantragen. Dieser Antrag ist gleichbedeutend mit einem Sozialhilfeantrag und es sind Vermögensgrenzen zu beachten.

  • Mit der Umstellung auf das Bundesteilhabegesetz 2020 können sich die Modalitäten verändern. Genaueres kann direkt beim Bezirk erfragt werden.

Anmeldungen für Kurzzeitaufnahmen nehmen entgegen:

Doris Zürl

Leitung Wohnstätten
Matthäus-Merian-Str. 4- 91438 Bad Windsheim
Tel.: 09841/682518-12 - Fax: 09841/682518-27
E-Mail: doris.zuerl(at)Lebenshilfe-badwindsheim.de

 

Katharina Thaler 

Sozialpädagogischer Dienst
Matthäus-Merian-Str. 4 -91438 Bad Windsheim
Tel.: 09841/682518-18-  Fax: 09841/682518-27
E-Mail: katharina.thaler@Lebenshilfe-badwindsheim.de

 

Fragen zu Abrechnungsmodalitäten und Schriftverkehr können gestellt werden an:

Birgit Grillmeier

Verwaltung Wohnstätten
Matthäus-Merian-Str. 4 - 91438 Bad Windsheim
Tel.: 09841/682518-19 - Fax: 09841/682518-27
 

 

>Stundenweise Betreuung und Pflege ihres Angehörigen mit Behinderung durch den Familienentlastenden Dienst (FeD)

Die Antragstellung richten Sie direkt an ihre Pflegekasse.

 

> Gruppenbetreuungen durch die Offenen Hilfen (Freizeit und Bildung)

 

Bei stundenweiser Betreuung durch den Familienentlastenden Dienst unter 8 Stunden pro Tag wird das Pflegegeld in der Regel nicht gekürzt. Bei Betreuung und Pflege über 8 Stunden pro Tag (z.B. im Wohnheim) wird das Pflegegeld pro Tag anteilig gekürzt.

Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI)

Liegt ein Pflegegrad vor hat der Pflegebedürftige Anspruch auf einen sog. Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € monatlich. Dieser Betrag kann, wie zuvor die "Betreuungs- und Entlastungsleistungen", für Betreuungen durch den Familienentlastenden Dienst der Offenen Hilfen eingesetzt werden.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich vertrauensvoll an die Wohnstättenleitung, Frau Zürl oder an die Leitung der Offenen Hilfen, Herrn Anders.

Änderungen ab der Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II ab Januar 2017

Bereits bestehende Pflegestufen werden in fünf Pflegegrade überführt.

Hier sehen Sie, wie die derzeitigen Pflegestufen ab 2017 in Pflegegrade umgewandelt werden:

Pflegestufe 0 → kein Pflegegrad

Pflegestufe 0 + eingeschränkte Alltagskompetenz → Pflegegrad 2

Pflegestufe 1 → Pflegegrad 2

Pflegestufe 1 + eingeschränkte Alltagskompetenz → Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 → Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 + eingeschränkte Alltagskompetenz → Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 → Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 + eingeschränkte Alltagskompetenz → Pflegegrad 5

Härtefall → Pflegegrad 5

Gelder, die bisher für eine eingeschränkte Alltagskompetenz zugesprochen wurden, werden ab 2017 in Höhe von 125 Euro/Monat zum Pflegegeld ge­währt. Sie können für Betreuungen durch den FeD eingesetzt werden.

Wer ab Januar 2017 Pflegeleistungen bei seiner Pflegekasse beantragt, wird in sechs Bereichen vom MDK begutachtet und erhält, je nach Selbstän­digkeitsgrad, entsprechende Punktwerte. Es werden keine Minu­tenwerte mehr gerechnet! Begutachtet werden:

1. Mobilität (Wie selbständig kann der Mensch sich fortbewegen und seine Körperhaltung ändern?)

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Wie findet sich der Mensch in seinem Alltag örtlich und zeitlich zurecht, kann er Bedürf­nisse mitteilen und Entscheidungen treffen?)

3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (Wie häufig benötigt der Mensch Hilfe aufgrund von psychischen Problemen, wie etwa aggressives oder ängstliches Verhalten?)

4. Selbstversorgung (Wie selbständig kann der Mensch sich selbst versorgen bei der Körperpflege, beim Essen und Trinken?)

5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (Hierzu gehört der Hilfebedarf bei z.B. Medikamentengabe, Verbandswechsel, Einreibungen, Fortführung verordneter Therapien d. Pflegenden)

6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (Wie selbständig kann der Mensch noch den Tagesablauf planen oder Kontakte pflegen?)

Grafik zur Gewichtung der abgefragten Module:

Es gibt insgesamt 65 Fragestellungen, die bei einer Begutachtung beantwortet werden müssen. Eine Gewichtung lässt sich vom Laien nur grob einschätzen. Wichtig ist es, alle Fragen knapp und wahrheitsgemäß zu beantworten, damit sich der MDK ein gutes Gesamtbild machen und der angemessene Pflegegrad ermittelt werden kann.

Bei der Ermittlung des Hilfebedarfes wird zudem beachtet:

  • Hilfen bei Alltagsverrichtungen
  • Organisation der Hilfen
  • Nächtlicher Hilfebedarf
  • Psychosoziale Unterstützung
  • Präsenz am Tag
  • Organisation der Hilfen

Welche Leistungen stehen mir ab 2017 zu?

Die Hauptleistungsbeiträge für die fünf neuen Pflegegrade betragen:

Fazit: Sowohl der MDK als auch Antragsteller und Angehörige müssen sich auf ganz völlig neue Begutachtungsgrundlagen einstellen.

Wir beraten Sie gerne!

Ansprechpartner Offene Hilfen

Peter Anders
Leitung, Beratung, Familienentlastender Dienst
Tel. 09841 / 682519-11

Ansprechpartner Heilpädagogische Tagesstätte

Reinhard Haager
Sozialpädagogischer Fachdienst, Beratung
Tel. 09841 / 68919-145